Vermittlungsspaziergang Steine der Erinnerung Persenbeug

Um die Erinnerung an diese Persenbeuger*innen, die über Jahrzehnte Teil der Persenbeuger Gesellschaft waren und von den Schergen des NS-Regimes marginalisiert, enteignet, vertrieben und ermordet worden sind, wachzuhalten und die gewaltvollen Umstände ihrer Vertreibung und Ermordung ins Bewusstsein zu rufen, laden wir Sie herzlich zu einem Vermittlungsspaziergang in Persenbeug-Gottsdorf ein. Dabei gehen wir gemeinsam zu allen fünf Gedenkorten, um die Schicksale der jüdischen Bürger*innen und „Euthanasie“-Opfer der Gemeinde kennenzulernen. Die historischen Recherchen und Biografien der Opfer werden vor Ort vorgestellt und in ihren geschichtlichen Kontext eingeordnet.
Im Herbst 2024 haben wir mit Unterstützung der Gemeinde Persenbeug-Gottsdorf mehrere „Steine der Erinnerung“ verlegt, einerseits im Gedenken an die vertriebenen und ermordeten jüdischen Bürger*innen der Gemeinde, andererseits in Erinnerung an die Opfer der sogenannten NS-„Euthanasie“, der systematischen Ermordung von Patient*innen mit körperlichen Behinderungen, psychischen Erkrankungen und Lernschwierigkeiten.
Dabei haben wir umfangreiche historische Recherchen zur früheren jüdischen Bevölkerung der Gemeinde durchgeführt. Die Familie Rind wohnte seit den 1890er-Jahren in Persenbeug, wo sie einen kleinen Gemischtwarenhandel besaß und ein Wohnhaus erwarb. 1936 zog auch die jüdische Familie Arnold nach Persenbeug, sie besaßen ebenfalls ein kleines Geschäft. 1938/39 wurden die Gebäude arisiert, die Familien aus Persenbeug vertrieben und in Wiener Sammelwohnungen gebracht und in weiterer Folge großteils ermordet.
Ebenso aus der Bevölkerung ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden die Opfer der NS-„Euthanasie“. Elfriede Knasmüller lebte beim Schloss Persenbeug, ihr Mann war Rentmeister für die Habsburger. 1932 wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling eingewiesen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie in die „Euthanasie“-Anstalt Schloss Hartheim gebracht und in der Gaskammer ermordet. Anna Hacker und der 13-jährige Karl Ess wurden in den Anstalten Mauer-Öhling und Am Steinhof getötet.
Start: Schlossstraße 1, 3680 Persenbeug
Ende: Wachaustraße 65, 3680 Metzling
Eintritt: freiwillige Spende